Kompetenzförderung von Lehrkräften zur Diagnose und Förderung von Lernstrategien (Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Universität Ulm

Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik

Institut für Psychologie und Pädagogik

Albert-Einstein-Allee 47

89081 Ulm

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Tina Seufert

Förderkennzeichen: 01 JH 0925

Laufzeit: 01.10.2009 – 28.02.2013


Universität zu Köln

Humanwissenschaftliche Fakultät

Institut III für Allgemeine Didaktik und Schulforschung

Gronewaldstr. 2

50931 Köln

Projektleiterin: Prof. Dr. Petra Herzmann

Förderkennzeichen: 01 JH 0926

Laufzeit: 01.10.2009 – 31.12.2012


Das Verbundvorhaben richtete sich an Gymnasien in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen und verfolgte das Ziel, Diagnose- und Förderkompetenzen von Lehrpersonen der Klassenstufe fünf in Bezug auf die lernstrategischen Schlüsselkompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler zu erfassen und mittels Fortbildungsveranstaltungen zu fördern. Der Erfolg des Projektes zeigte sich zum einen am Kompetenzzuwachs der Lehrpersonen, zum anderen wurde die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler nach erfolgter Implementation eines Strategietrainings im Unterricht erfasst. Im Fokus des Trainings standen kognitive Primärstrategien zur Verbesserung des Text-/Bildleseverständnisses und des analytischen Verstehens verbaler Aufgabenstellungen sowie metakognitive und motivationale Stützstrategien zur Regulation des Lernprozesses. Die insgesamt 31 teilnehmenden Schulen wurden auf zwei Gruppen verteilt. Die erste Gruppe nahm am Interventionsprogramm im Schuljahr 2010/11, die zweite Gruppe im Schuljahr 2011/12 teil. Zur Erfassung der Wirkungen der Intervention konnte ein komplexes quasiexperimentelles Wartekontrollgruppendesign umgesetzt werden, das Vergleiche zwischen trainierten und (noch) nicht trainierten Schülerinnen und Schülern ermöglichte. Hierfür wurden in allen drei Bundesländern Fragebögen zur Strategienutzung und zum Strategiewissen eingesetzt sowie handlungsnahe Messungen der tatsächlichen Nutzung und Qualität der Strategien mithilfe von Lernstrategietests durchgeführt. In Nordrhein-Westfalen wurden zudem leitfadengestützte Interviews mit den teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern sowie Gruppengespräche mit ausgewählten Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Am Arbeitsbereich von Prof. Seufert an der Universität Ulm wurden die Effekte des Lernstrategietrainings auf Lernstrategieeinsatz und Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler sowie der Kompetenzzuwachs der Lehrkräfte unter Verwendung quantitativer Auswertungsmethoden untersucht. An der Universität zu Köln wurden Bedingungen und Konsequenzen der Implementation des Förderprogramms auf Schul- und Unterrichtsebene mittels qualitativer Verfahren untersucht. Das Strategietraining zeigte sich in vielen Bereichen als erfolgreich für die Entwicklung des Lernverhaltens der Schülerinnen und Schüler. So hatten Schülerinnen und Schüler, die das Strategietraining im Laufe des Schuljahres erhielten, einen höheren Zuwachs in ihrem Wissen über Textlesestrategien und deren situationsadäquaten Einsatz. Ebenso hatte das Strategietraining einen positiven Effekt auf die Lernstrategienutzung der Schülerinnen und Schüler: Die trainierten Schülerinnen und Schüler gaben einen höheren Einsatz von Textlesestrategien sowie kognitiven und metakognitiven Strategien an. Auch die tatsächliche Anwendung von Strategien beim Bearbeiten von Texten zeigte einen positiven Trainingseffekt. Hinsichtlich der motivationalen Strategienutzung wurde kein positiver Trainingseffekt gefunden. Da die Effekte insgesamt eher klein waren, scheint es sinnvoll, die Lehrkräfte während des Schuljahres bei der Implementierung des Strategietrainings intensiver zu begleiten und zu unterstützen. Ebenso könnte eine formative Evaluation in Form von Unterrichtsbeobachtungen intensiviert werden, um weiterführende Informationen darüber zu gewinnen, in welcher Weise Lehrkräfte Strategien im Unterricht vermitteln. Erste Ergebnisse zu dieser Fragestellung lieferten die Gruppengespräche mit den Lernenden, die zwar insgesamt eine Veränderung des Unterrichtsmusters attestieren, das weniger lehrerzentrierte und deutlich schüleraktivierendende Merkmale aufweist. Jedoch wurde insgesamt über ein breites Spektrum des Umgangs mit den Trainingskomponenten berichtet.

Weitere Informationen finden Sie unter: 
http://www.uni-ulm.de/in/clever-lernen/