GeiGE - Gelingensbedingungen individueller Förderung im Rahmen von JeKi – eine empirische Untersuchung an Grundschulen in Essen (Verbundvorhaben)


Universität Bielefeld

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft

Universitätsstr. 25

33615 Bielefeld

Projektleiterin: Prof. Dr. Ulrike Kranefeld

Förderkennzeichen: 01KJ0806

Laufzeit: 01.01.2009 - 31.12.2012


Hochschule für Musik und Tanz Köln

Unter Krahnenbäumen 87

50668 Köln

Projektleiterin: PD Dr. Anne Niessen

Förderkennzeichen: 01KJ0805

Laufzeit: 01.01.2009 - 31.12.2012


Teilprojekt: Unterrichtsanalysen zur individuellen Förderung im ersten JeKi-Jahr

Eine zentrale Gelenkstelle des Programms "Jedem Kind ein Instrument" ist das Ende des 1. Jahres: Die einjährige, auf die Instrumentenwahl vorbereitende Phase in der Großgruppe, betreut durch ein Tandem von Musik- und Grundschullehrenden, endet dann und es folgt die Aufteilung in Kleingruppen für den folgenden Instrumentalunterricht. Dazu müssen sich die Schülerinnen und Schüler am Ende des ersten JeKi-Jahres für ein Instrument entscheiden. Beide JeKi-Konzepte in HH und NRW betonen den hohen Stellenwert dieser Entscheidung für den weiteren Erfolg im Programm und sprechen dabei von der Notwendigkeit eines "individuellen, persönlichen Bezugs" zum Instrument oder der angestrebten "individuellen Faszination für den jeweiligen Klang des Instruments". Beide Konzepte gehen dabei implizit davon aus, dass die regelmäßigen Instrumenten-Vorstellungen, die im ersten Jahr vorgesehen sind, der Vorbereitung der Instrumentenwahl durch die Schülerinnen und Schüler dienen und womöglich zu einer Präferenz für ein Instrument führen. Vor diesem Hintergrund ist die Vermittlung von Entscheidungskompetenz in der Instrumentenwahl ein bedeutendes Unterrichtsziel des 1. JeKi-Unterrichtsjahres. Das Vorhaben untersucht deshalb, inwieweit ein rekonstruierbarer Zusammenhang zwischen den Instrumenten-Vorstellungen im Unterricht und der Instrumentenwahl besteht. Die methodologische Rahmung für das entsprechende Forschungsdesign bieten einerseits die Methoden der Interpretativen Unterrichtsforschung als Analyseinstrumentarium für die Lehr-Lern-Prozesse (kontinuierliche Videographie im ersten JeKi-Jahr) und andererseits in der Kindheitsforschung erprobte Verfahren der Befragung von Kindern dieser Altersstufe zu ihren Einstellungen. Das Forschungsprojekt versteht sich als Beitrag zur formativen Evaluation des Projekts "Jedem Kind ein Instrument" und ist deshalb darauf ausgerichtet, seine Ergebnisse an Lehrende und Schulen in Form eines Coachings des pädagogisch-fachdidaktischen Handelns zurückzugeben.

Weitere Informationen unter: Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft

 

Teilprojekt: Individuelle Förderung aus Sicht der JeKi-Lehrenden

Eine der zentralen Zielsetzungen des Projekts "Jedem Kind ein Instrument" besteht darin, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus bildungsfernen Schichten zu fördern. Das interdisziplinäre Verbundvorhaben greift dieses Anliegen auf und geht mehrperspektivisch den Forschungsfragen nach, wie Grundschulen auf der Schulebene und im Unterricht dieses Projekt ästhetischer Bildung implementieren und entwickeln, inwieweit die Schulen das JeKi-Projekt in ihre je eigenen Konzepte individueller Förderung einpassen und inwieweit sie innerhalb des JeKi-Projektes die besonderen musikbezogenen Lernausgangslagen ihrer Schüler berücksichtigen. In diesem Vorhaben werden schwerpunktmäßig die individuelle Förderung im Kontext von Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die Förderung aus Sicht der Lehrenden untersucht. Im Rahmen der ersten Teilstudie werden mit Hilfe quantitativer Verfahren Voraussetzungen, Prozesse und Effekte der Qualitätsentwicklung und -sicherung an 20 JeKi-Grundschulen der Stadt Essen untersucht, die im Jahr 2008 im Rahmen der Vergleichsstudie VERA der Kontextgruppe 3 zugeordnet wurden. In einem zweiten Teilprojekt rückt die Sichtweise der Lehrenden in den Mittelpunkt. Es soll mit qualitativen Methoden erforscht werden, über welches Konstrukt der "individuellen Förderung" die beteiligten Grund- und Musikschullehrenden verfügen, inwieweit dieses Konstrukt sich während der Teilnahme am JeKi-Projekt verändert und wie es sich in der Begleitung und Beratung der Instrumentenwahl der Schüler konkretisiert. Das Vorhaben ist als formative Evaluation angelegt, die eine entwicklungsbegleitende Optimierung des Lernangebots bewirken soll. Dazu werden Erhebungsdaten an die Schulen zurückgemeldet und mit den Lehrkräften gemeinsam Instrumente zur Selbstreflexion sowie zur Schülerbeobachtung und -einschätzung entwickelt. Die Ergebnisse sollen im Anschluss der Stiftung "Jedem Kind ein Instrument" zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen unter: Hochschule für Tanz und Musik