Diagnose von und Umgang mit Schülerfehlern als Facette der professionellen Kompetenz von Lehrkräften (ProFeL) (Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

FB 02 Wirtschaftswissenschaften

Fachgebiet Wirtschaftspädagogik

Grüneburgplatz 1

60323 Frankfurt

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Eveline Wuttke

Förderkennzeichen: 01 JH 1205 A

Laufzeit: 01.03.2013 – 29.02.2016


Universität Mannheim

Fakultät für Betriebswirtschaftslehre

Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik II Schloss

68161 Mannheim

Projektleiter: Prof. Dr. Jürgen Seifried

Förderkennzeichen: 01 JH 1205 B

Laufzeit: 01.03.2013 – 29.02.2016


In der ersten Projektphase des Verbundvorhabens wurde mittels eines kombinierten Querschnitt-/ Längsschnittdesigns untersucht, inwiefern (angehende) Lehrkräfte in der Lage sind, Schülerfehler zu diagnostizieren und lernwirksam zu nutzen (professionelle Fehlerkompetenz, PFK).
Die PFK umfasst die Facetten
(1) domänenspezifisches Wissen über Schülerfehler,
(2) Wissen über Handlungsstrategien in Fehlersituationen sowie
(3) Sichtweisen bezüglich der Lernwirksamkeit von Schülerfehlern. Unter Rückgriff auf das Expertenparadigma ließ sich auch für die Fehlerkompetenz zeigen, dass sowohl Wissen über Sachverhalte und Handlungsstrategien als auch persönliche Überzeugungen für professionelles Lehrerhandeln relevant sind. Das vorliegende Forschungsvorhaben ist in einem Kernbereich der kaufmännischen Curricula, nämlich dem Rechnungswesen, angesiedelt, da dieser Lerninhaltsbereich als zentral für die Entwicklung ökonomischer Kompetenz und als recht fehleranfällig gilt. Auf Basis einer theoriegeleiteten Modellierung der Fehlerkompetenz wurden Querschnittsanalysen (Vergleich von Bachelor- und Masterstudierenden, Referendaren und Lehrkräften nach Eintritt in den Beruf) durchgeführt. Dabei erfolgte ein mehrperspektivischer Zugriff mit Hilfe von Videovignetten, schriftlichen Leistungstests und Selbsteinschätzungsdaten.
In der zweiten Förderphase wird das Ziel verfolgt, Maßnahmen zur Professionalisierung der Lehrkräfte (Zielvariable: professionelle Fehlerkompetenz) zu entwickeln. Die querschnittlichen Analysen lassen darauf schließen, dass die professionelle Fehlerkompetenz bei Studierenden und Referendaren lediglich ein geringes Niveau aufweist. Aus diesem Grund werden in der zweiten Förderphase die Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Maßnahmen zur Förderung der Professionellen Fehlerkompetenz beim Übertritt vom Studium in den Vorbereitungsdienst durchgeführt. Zur Evaluation der Professionalisierungsmaßnahme ist ein Interventions-Wartekontrollgruppen-Design mit Messwiederholung (Prä-/Post- und Follow-Up-Test) bei Referendaren geplant. Insgesamt sind drei Versuchsbedingungen zu realisieren:
(1) Fachwissenschaftliche Fortbildung,
(2) Fachdidaktische Fortbildung sowie
(3) eine Kontrollgruppe (zunächst) ohne Fortbildung (Wartegruppe).
Hierbei können die in der ersten Förderperiode entwickelten und eingesetzten Videovignetten erneut als Messinstrument dienen. Nach Abschluss der zweiten Förderperiode ist – die empirische Bewährung der Intervention vorausgesetzt – geplant, die Fortbildung und Trainingsmaterialien der Lehreraus- und -weiterbildung zuzuführen, um eine systematische Dissemination zu ermöglichen.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/professoren/prof-dr-wuttke/professur-fuer-wirtschaftspaedagogik-insbes-empirische-lehr-lern-forschung/team.html