Lehr-Lern-Forschung unter neurowissenschaftlicher Perspektive


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Bekanntmachung: 20.07.2007
Förderzeitraum: 2008 - 2012
Vorhaben: 10 Forschungsprojekte


1. Ziele der Fördermaßnahme

Lebenslanges Lernen ist zu einem wichtigen Merkmal moderner Wissensgesellschaften geworden. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Wissenserwerb als solchen, seine Strukturen und Mechanismen zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen zu machen. Für die Lehr-Lern-Forschung bietet sich dabei eine Kooperation mit den Neurowissenschaften an, deren Methoden eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen empirischen Untersuchungen darstellen können. Die Ausweitung der empirischen Basis in Hinsicht auf die interdisziplinäre Kooperation mit den Neurowissenschaften zielt darauf ab, die Grundlagen für eine rationale und effiziente Vermittlung von Wissen im Rahmen institutionalisierter Lerngelegenheiten zu verbessern und eine nachhaltige Verknüpfung der beiden Disziplinen zu bewirken.

 

Systematische Kooperationsstrukturen zwischen den unterschiedlichen Disziplinen der Lehr-Lern-Forschung und den Neurowissenschaften waren 2005 zu Beginn der Fördermaßnahme „Lehr-Lern-Forschung unter neurowissenschaftlicher Perspektive (NIL)“ noch nicht etabliert. Das BMBF verfolgte daher mit der Fördermaßnahme das Ziel, eine neurowissenschaftliche Perspektive in die Lehr-Lern-Forschung einzubeziehen und dadurch einen zusätzlichen evidenzbasierten Ansatz für die Weiterentwicklung institutionalisierter Lerngelegenheiten zu schaffen. Die Fördermaßnahme zielte insbesondere darauf ab, durch Forschungsprojekte empirisches Wissen hervorzubringen, das dazu beitragen kann, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die von Störungen im Bereich des Lesens, Rechtschreibens und Rechnens betroffen sind, eine individuelle, ursachenbezogene Diagnostik und evidenzbasierte Förderung zu ermöglichen.

Zur Förderbekanntmachung Lehr-Lern-Forschung unter neurowissenschaftlicher Perspektive (NIL)“

2. Stand der Fördermaßnahme

Das mehrstufige Förderangebot wurde auf drei Phasen mit einem Gesamtfördervolumen von rund 3,2 Millionen Euro ausgelegt. Die erste Phase des Programms diente zunächst der Kontaktaufnahme potenzieller Kooperationspartner. Es wurden vier Pilotstudien und fünf Workshops gefördert. In der zweiten Phase wurden 18 explorative Forschungsvorhaben mit einer Laufzeit zwischen 12 und 18 Monaten gefördert. Diese gaben Aufschluss über die Gestaltung einer dritten und abschließenden Förderphase, in deren Rahmen zwischen April 2008 und Oktober 2012 insgesamt zehn mehrjährige, interdisziplinäre Forschungsprojekte gefördert wurden, die beispielsweise den Einfluss von Feedback auf Lernen bei Kindern oder den Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit Zahlen und im Rechnen im Vorschul- und Grundschulalter untersuchten.

Die Zusammenarbeit von Erziehungswissenschaft, Psychologie, den Fachdidaktiken und den Neurowissenschaften ist mittlerweile so weit etabliert, dass eine Fortführung der Förderrichtlinie derzeit nicht geplant ist. Die Zusammenarbeit der genannten Disziplinen wird jedoch im Rahmen anderer Förderschwerpunkte des Rahmenprogramms gegenstandsbezogen angeregt und auch praktiziert (etwa „Entwicklungsstörungen schulischer Fähigkeiten“ oder „Jedem Kind ein Instrument“).

Abgeschlossene Projekte