Digitalisierung im Bildungsbereich


Im Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird mit dem Forschungsschwerpunkt „Digitalisierung im Bildungsbereich“ die Umsetzung der BMBF-Strategie „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ wissenschaftlich flankiert: In einer ersten Bekanntmachung, die am 26.09.2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, steht zunächst Forschung zu grundsätzlichen Fragen über Wirkungen von Digitalisierungsprozessen und Anforderungen an ihre Implementierung im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden die Entwicklung und Erprobung von Konzepten zur Gestaltung von Veränderungsprozessen im Bildungswesen unter den Bedingungen der Digitalisierung gefördert. D. h. der Schwerpunkt liegt insbesondere auf Struktur-, Organisations- und Leitungsfragen. Hierzu soll auch der internationale Forschungsstand systematisch gesichtet, analysiert und bewertet werden.

Weitere Förderbekanntmachungen für Forschung zu Lehr-Lern-Prozessen in einem digitalen Umfeld, zu den notwendigen Kompetenzen, um sich selbstbestimmt in digitalen Lebens-, Kommunikations- und Informationswelten bewegen zu können, sowie zu den notwendigen Qualifikationen pädagogischer Fachkräfte sollen in den nächsten Monaten folgen.

Die Digitalisierung erfasst alle Lebensbereiche. Daher ist es notwendig, Bildung sowohl über die gesamte Lebensspanne als auch in den vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Bildungsinstitutionen und Bildungsgelegenheiten außerhalb von Institutionen in den Blick zu nehmen. Für jede Lebensetappe sind Antworten auf die Herausforderungen des technologischen Wandels zu finden – für die formale Bildung in Kitas, Schulen, Universitäten, in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, in der Erwachsenenbildung ebenso wie für non-formale und informelle Bildungsprozesse.

Vorrangig werden interdisziplinär angelegte Vorhaben gefördert. Neben den klassischen Bezugsdisziplinen der Bildungsforschung wie Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik, Soziologie und Psychologie sind auch Beiträge von z. B. den Kommunikations- und Medienwissenschaften, der Bildungsökonomie, Organisationssoziologie und -psychologie sowie der Informatik willkommen. Gefördert werden Projekte, in denen qualitative wie quantitative Methoden der empirischen Forschung oder eine Kombination beider zum Einsatz kommen. Bevorzugt werden Projekte unterstützt, die in enger Zusammenarbeit mit der Bildungspraxis und mit weiteren Institutionen des Bildungssystems (z. B. Landesinstitute für Schulentwicklung bzw. -qualität, Berufsverbände etc.) ihre Forschungsfragen generieren, den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis als integrale Bestandteile in das Vorhaben einbeziehen und offen für die Kooperation mit der Bildungspraxis während des Forschungsprozesses sind, sofern dies sinnvoll möglich ist.

Die Förderrichtlinie findet sich unter https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1420.html. Bis zum 18.12.2017 können Projektskizzen eingereicht werden.

Informationen zur Antragsteller/innen-Beratung werden unter http://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/2151.php bereitgestellt.