Bühne frei: Sprachenvielfalt im Projektunterricht


Sie sprechen Deutsch, Chinesisch, Russisch oder eine andere Sprache. Doch wie funktionieren das tägliche Miteinander und das gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Kulturen? Und welche Möglichkeiten und Herausforderungen ergeben sich, wenn man die im Klassenraum vorhandene Mehrsprachigkeit durch Theaterprojekte in den Schulunterricht integriert und für klassenübergreifende Kontakte nutzt?

Diese Fragen untersucht das Projekt der Universität Augsburg „Inszenierte Mehrsprachigkeit in drama- und theaterpädagogischen Settings im Regel- und Projektunterricht – Empirische Analysen zu sprachlich und kulturell heterogenen Kontexten, Herkunftssprachen und Deutsch als Zweitsprache (IMe)“. Ausgangspunkt des Projektes ist es, Herkunftssprachen als wertvolle Ressource für Sprachbewusstheit, individuelle Entwicklung und interkulturelles Lernen zu begreifen. Beobachtet werden Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Sprachkompetenzen und Sprachbiografien: Kinder, die Deutsch als Muttersprache sprechen, mehrsprachige Kinder mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden, und sogenannte Seiteneinsteiger, die erst vor Kurzem und oft unter schwierigen Bedingungen nach Deutschland gekommen sind.

Die Ergebnisse sollen Schulen und anderen Trägern im Bereich der Sprachförderung und der Arbeit mit mehrsprachigen Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Denn für Lehrerinnen und Lehrer sind sprachliche und kulturelle Heterogenität und der Umgang mit ihnen unbekannten Sprachen im täglichen Unterricht eine große Herausforderung. Deshalb zielt die Forschung auch darauf ab, Grundlagen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern zu schaffen.

Die Kinder erweitern ihre Ausdrucksmöglichkeiten
Auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht, kann man sich verständigen und zusammenarbeiten. Das lernen die Schülerinnen und Schüler in Theaterworkshops. Die ein- und mehrsprachigen Kinder lernen spielerisch ihre Sprachen kennen und erweitern ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Die Übungen haben Wissenschaftler und Theaterpädagogen zusammen entwickelt. Alles, was bei den spielerischen Übungen passiert, wird per Videokamera aufgezeichnet und an der Universität ausgewertet. Der Projektunterricht wird durch Workshops mit Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Theaterpädagogischen Zentrums in Augsburg unterstützt.

Im Mittelpunkt der empirischen Untersuchungen stehen die Interaktionen im Projektunterricht. In den Workshops wird die Mehrsprachigkeit der teilnehmenden Kinder genutzt, um verschiedene Szenen spielerisch zu erarbeiten. Sie stellen beispielsweise ein alltägliches Abendessen nach. Das inszenierte Tischgespräch findet aber nicht nur in einer, sondern in gleich drei verschiedenen Sprachen statt. „Jedes Kind hat andere Talente, die wir nutzen möchten. Es gibt Kinder, die sind theateraffin, andere möchten einfach gerne tanzen. Wir nutzen diese Talente für die Umsetzung der Inhalte und erreichen damit, dass die Kinder mit Spaß bei der Sache sind“, sagt Andreas Bülow, wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die Wissenschaftler werten mithilfe von Videodokumentationen auch aus, wie die Kinder und die Lehrkräfte mit Verständigungsproblemen umgehen. Um die Erfahrungen und Perspektiven der Beteiligten zu erfassen, werden mit allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrenden außerdem Interviews geführt.

Diese Fragen untersucht das Projekt der Universität Augsburg „Inszenierte Mehrsprachigkeit in drama- und theaterpädagogischen Settings im Regel- und Projektunterricht – Empirische Analysen zu sprachlich und kulturell heterogenen Kontexten, Herkunftssprachen und Deutsch als Zweitsprache (IMe)“. Ausgangspunkt des Projektes ist es, Herkunftssprachen als wertvolle Ressource für Sprachbewusstheit, individuelle Entwicklung und interkulturelles Lernen zu begreifen. Beobachtet werden Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Sprachkompetenzen und Sprachbiografien: Kinder, die Deutsch als Muttersprache sprechen, mehrsprachige Kinder mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden, und sogenannte Seiteneinsteiger, die erst vor Kurzem und oft unter schwierigen Bedingungen nach Deutschland gekommen sind.

Die Ergebnisse sollen Schulen und anderen Trägern im Bereich der Sprachförderung und der Arbeit mit mehrsprachigen Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Denn für Lehrerinnen und Lehrer sind sprachliche und kulturelle Heterogenität und der Umgang mit ihnen unbekannten Sprachen im täglichen Unterricht eine große Herausforderung. Deshalb zielt die Forschung auch darauf ab, Grundlagen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern zu schaffen.

Die Kinder erweitern ihre Ausdrucksmöglichkeiten
Auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht, kann man sich verständigen und zusammenarbeiten. Das lernen die Schülerinnen und Schüler in Theaterworkshops. Die ein- und mehrsprachigen Kinder lernen spielerisch ihre Sprachen kennen und erweitern ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Die Übungen haben Wissenschaftler und Theaterpädagogen zusammen entwickelt. Alles, was bei den spielerischen Übungen passiert, wird per Videokamera aufgezeichnet und an der Universität ausgewertet. Der Projektunterricht wird durch Workshops mit Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Theaterpädagogischen Zentrums in Augsburg unterstützt.

Im Mittelpunkt der empirischen Untersuchungen stehen die Interaktionen im Projektunterricht. In den Workshops wird die Mehrsprachigkeit der teilnehmenden Kinder genutzt, um verschiedene Szenen spielerisch zu erarbeiten. Sie stellen beispielsweise ein alltägliches Abendessen nach. Das inszenierte Tischgespräch findet aber nicht nur in einer, sondern in gleich drei verschiedenen Sprachen statt. „Jedes Kind hat andere Talente, die wir nutzen möchten. Es gibt Kinder, die sind theateraffin, andere möchten einfach gerne tanzen. Wir nutzen diese Talente für die Umsetzung der Inhalte und erreichen damit, dass die Kinder mit Spaß bei der Sache sind“, sagt Andreas Bülow, wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die Wissenschaftler werten mithilfe von Videodokumentationen auch aus, wie die Kinder und die Lehrkräfte mit Verständigungsproblemen umgehen. Um die Erfahrungen und Perspektiven der Beteiligten zu erfassen, werden mit allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrenden außerdem Interviews geführt.

Positive Auswirkungen auf die Sprechbereitschaft
Eine zentrale Rolle bei der Projektarbeit spielt Heike Mengele als Mitinitiatorin des Projekts. Als abgeordnete Lehrerin verbindet sie im Projekt ihre Praxiserfahrung mit theoretischem Hintergrundwissen. „Durch die theaterpädagogische Arbeit entsteht eine unglaubliche Dynamik in den Klassen, das wirkt sich sehr positiv auf die Sprechbereitschaft und die Kommunikation der Kinder untereinander aus“, sagt Heike Mengele. Für die teilnehmenden Pädagoginnen und Pädagogen ist das Projekt eine Chance, die Mehrsprachigkeit der Kinder außerhalb der notwendigen Zwänge des Lehrplans zu erfahren. Bei einer Schülerin wurden die Lehrenden sogar erst durch das Projekt darauf aufmerksam, dass sie mehrere Sprachen spricht.

„Oftmals lernen wir die Kinder im Rahmen der Projektgruppe noch einmal neu kennen, sie zeigen ganz andere Seiten von sich als im regulären Unterricht“, berichtet Lehrerin Anne Winbeck. Auch Isabella Wlossek, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, bestätigt diese Erfahrung. Studierende im Praktikum für das Lehramt haben in Zusammenarbeit mit erfahrenen Lehrkräften die Möglichkeit, über das Regelstudienwissen hinaus Kenntnisse im theaterpädagogischen Umfeld zu erwerben und ihr Methodenwissen für die Praxis zu erweitern.

Aber auch die Öffentlichkeit kann sehen, was das Projektteam auf die Bühne gebracht hat. Obwohl in der Dramapädagogik der Prozess und nicht das Resultat im Vordergrund steht, gibt es am Ende der Projektwoche eine Aufführung mit Publikum, in der die Kinder die Szenen zeigen können, die sie einstudiert haben. Professorin Martina Rost-Roth leitet das Projekt und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und dem theaterpädagogischen Zentrum. Zusammen mit den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Lehrstuhl wertet sie die gewonnenen Daten empirisch aus. „Der Projektunterricht wird vonseiten der teilnehmenden Schulen und den meisten Schülerinnen und Schülern als sehr positiv wahrgenommen. Es besteht jedoch noch viel Forschungsbedarf, denn wir möchten mehr darüber herausfinden, welche die Bedingungen sind, unter denen Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt positiv erfahren werden“, sagt Professorin Rost-Roth.

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